Patientenversorgung HEUTE & News

Patientenversorgung HEUTE

Anmerkungen von Werner Beringer

Wie ist es heute um die Patientenversorgung bestellt und wie wird die Zusammenarbeit zwischen Krankenkasse und Leistungserbringer zum Wohle der Betroffenen gelebt bzw. erlebt?

Ein Bespiel aus der Palliativversorgung:

Menschen mit schweren Erkrankungen, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, bedürfen einer Versorgung bzw. Behandlung, bei dem ein bestmöglicher Erhalt der Lebensqualität im Vordergrund steht. Das Bedarf einer zeitnahen Kommunikation zwischen allen an der Therapie Beteiligten, um eine schnelle komplikationslose Versorgung zu gewährleisten. Das ist der Sinn der Palliativversorgung. Der kranke Mensch steht hier im Mittelpunkt, um das Leid für ihn und dessen Angehörige zu lindern und seiner begrenzten Lebenserwartung gerecht zu werden.
Diese Ansicht zur Palliativversorgung ist für uns im Team eine Selbstverständlichkeit. Hier muss schnell und unbürokratisch gehandelt werden. Um so erstaunlicher und auch gleichermaßen ärgerlicher ist es, wenn wir dann im Nachhinein von der DAK Absetzungen ( im Übrigen nur bei der DAK) mit der Begründung bekommen, wir hätten einen Kostenvoranschlag machen müssen. Und das trotz des Vermerkes des Arztes auf dem Rezept „Gesicherte Palliativversorgung“. Kostenvoranschlag bedeutet in diesem Zusammenhang die Genehmigung abzuwarten, um dann erst den Patienten versorgen zu können. Wir baten dann, nachdem wir nachträglich die Kostenvoranschläge gestellt hatten, um eine Kostenübernahme, um im Sinne der schwer erkrankten Menschen zu handeln. Dieses wurde abgelehnt. Auf dem Ablehnungsprotokoll wurde nicht einmal die allgemeine gültige Form der Korrespondenz eingehalten. Weder Name des Verfassers noch Ansprechpartner und Telefonnummer wurden hier genannt. Eine weitere Kontaktaufnahme mit der Bitte um eine Lösung, auch für die Zukunft, blieb erfolglos. Ich hatte mich daraufhin an die GKV und den Verband der Ersatzkassen gewendet und um Hilfe bzw. Vermittlung gebeten. Antwort: Sie seien nicht zuständig und würden das an die DAK zurückleiten. Bis heute noch keine Antwort.

Ist das der Sinn einer palliativen Versorgung?

 

 

News Krankenkassen
 

Das Bundesversicherungsamt hatte der DAK eine Ausschreibung zur Stomaversorgung untersagt. Die Krankenkasse hat trotz der Untersagung einen Vertrag geschlossen und klagt gegen das Bundesversicherungsamt. Die Initiative Faktor Lebensqualität und andere Betroffenen-Verbände weisen seit langem darauf hin, dass Ausschreibungen in der Stomaversorgung den Absichten der Neufassung der gesetzlichen Grundlagen widersprechen und es zu einer Verschlechterung der Versorgung in diesen sensiblen Bereichen kommt. Krankenpfleger und Pflegeexperte Werner Droste sieht die Klage der DAK gegen die Entscheidung des Bundesversicherungsamtes sehr kritisch. „Eigentlich sind die Gesetze und dessen Absichten schon jetzt so klar, dass die DAK dieses nicht gerichtlich klären lassen müsste. Dieses Gerichtverfahren ist unnötig und stellt für die Versicherten der DAK eine große Verunsicherung dar“, so Droste. Jahrelang bestehende Vertrauensverhältnisse zwischen Leistungserbringer und Patienten fänden in solchen Regelungen keine Berücksichtigung.

Patienten, die das bestätigen, wurden weder frühzeitig von der Krankenkasse darüber informiert, dass jetzt ein anderer Leitungserbringer bundesweit die Versorgung übernimmt, noch hat sich der neue Leistungserbringer zeitnah bei den betroffenen Patienten vorgestellt.

 

 




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